Konzertkritik

Konzert vom 23.03.2018 im Raatssaal

Ein temporeicher Opernabend
Große Virtuosität und höchste Präzision
Pinneberger Tageblatt - 26. März 2018 - von Frauke Heidenreich (Artikel/Fotos)

Pianist Cord Garben sauste mit einem Fahrrad durch den Konzertsaal zu seinem Klavier.

Pinneberg | Ein durch den Saal radelnder Pianist Cord Garben und temperamentvolle Sänger, die das Publikum miteinbezogen. Es war ein besonderer Konzert abend mit internationalen Stars, den die Besucher des sechsten Konzerts des Kulturvereins erleben durften. Cord Garben, künstlerischer Leiter des Kulturvereins, und die Sänger Miriam Sharoni (Sopran) und Ronaldo Steiner (Bariton) haben ein facettenreiches Repertoire aus Oper, Operette und Musical präsentiert.

Mit Bravo-Rufen belohnte das Publikum legendäre Stücke wie „Du sollst der Kaiser meiner Seele sein“ aus Stolz „Der Favorit“ und „Bess you ist my Women“ aus Gershwins Porgy and Bess. Der brasilianische Bariton eröffnete den Abend mit Mozarts „Nun piu andrai“ aus Figaros Hochzeit.

Dass das Trio ein Talent besitzt, ein grandioses Programm zusammenzustellen, offenbarte sich beim Konzert. Mit ihrer weichen und gewaltigen Stimme brachte Miriam Sharoni das zauberhafte Puccini-Stück „Quando men vo“ aus der Oper La Bohéme zu Gehör und nahm das Publikum sofort für sich ein.

Steiner informierte bei den Liedern Nhaopoe und Xango des Komponisten Heitor Villa-Lobos über den von 1887 bis 1959 lebenden Brasilianer und die von ihm verfassten feurigen Tangos, aber auch über die Vielfalt der in Brasilien lebenden Völker mit ihren Kulturen. Die bereits bei der West Side Story in einer Hauptrolle aufgetretene Sharoni rundete den ersten Teil mit den Stücken „Ebben N‘andró lontana“ aus Catalanis „La Wally“ und „Lippen schweigen“ aus Lehárs Lustiger Witwe ab.

Garben brachte nach der Pause eine besondere Note ein, als er, passend zum Stück La bicicleta blanca (Das weiße Fahrrad) von Piazolla, mit einem Rad durch den gut besuchten Konzertsaal sauste.

Mit „Du sollst der Kaiser meiner Seele sein“ aus Stolz Operette und dem im Duo gesungenen „Over the rainbow“ aus Arlens „Der Zauberer von Oz“ folgten weitere Stücke aus der Welt von Operette und Oper. Die mit leuchtendem Timbre und Charme vorgetragenen Lieder „If I were a rich man“ aus Bocks Anatevka und „Meine Lippen, die küssen so heiß“ aus Lehárs Giudetta trugen zum bereichernden Konzerterlebnis bei.

Die Besucher waren angetan. „Dieses Programm ist mein Programm“, bilanzierte der ehemalige Vorsitzende des Kulturvereins Fritz Garben. Mit zahlreichen gehörten Stücke verknüpft seien Erinnerungen im opernaffinen Elternhaus. „Das war eine beachtliche Leistung, kontrastreich und facettenreich“, bilanzierte Günther Frömming.

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