Konzertkritik

Konzert vom 26.01.2018 im Raatssaal

Wer dem Chellisten David Stromberg lauschte, konnte meinen, ein ganzes Orchester zu hören.

Große Virtuosität und höchste Präzision
Pinneberger Tageblatt - 30. Januar 2018 - von Frauke Heidenreich (Artikel/Fotos)

Pinneberg | Partiten, Sonaten und Suiten von Johann Sebastian Bach: Mehr als 150 Besucher haben am Freitag das erste Pinneberger Rathauskonzert des Kulturvereins Pinneberg in diesem Jahr besucht. Violinistin Ariadne Daskalakis und Cellist David Stromberg ernteten für ihr gekonnt vorgetragenes Solo-Spiel Bravorufe.

Mit der Sonate Nr.1 g-Moll für Violine solo eröffnete die amerikanische Geigerin mit griechischen Wurzeln das Konzert. Höchst virtuos und alles auswendig. „Die Werke von Bach erfordern Konzentration. Aber am Ende lohnt sich das Zuhören für alle“, versprach die Geigerin. Bachs ernsthafte, dramatische Musik kamdementsprechend beim Publikum unterschiedlich an: Die Stimmung schwankte zwischen angetan und angestrengt.

Konzentration war aber nicht nur vom Publikum gefordert: Die Musiker hatten sich beide ein schwieriges und selbst von Profis gefürchtetes Programm gesteckt: „Das ist der absolute Olymp“, kommentierte Stromberg.

Violinistin Ariadne Daskalakis brachte Emotionen der Musik zum klingen.

Die von Daskalakis gespielteBach-Sonate in g-Moll zählt wie die anderen zu Gehör gebrachten Konzert-Stücke zu den Höhepunkten in Bachs instrumentalmusikalischem Schaffen. Daskalakis meisterte das verspielte Adagio mit seinem Zwischenspiel voller gefährlichen Doppelgriffe – eine schwierige Passage. Stromberg brachte anschließend die Suite c-Moll für Cello solo zu Gehör. Sein durch Akkordgriffe mehrstimmiges Spiel entfaltete sich mit fast orchestral wirkender Wucht - ein überraschender Effekt für ein Solostück und gerade das Besondere an derlängsten aller sechs Cellopräludien.

Zahlreiche Besucher nutzten nach dem Suite-Vortrag die Chance, am Bücherwurm-Tisch zu stöbern, um eine Bach-Biografie zu erwerben. „Wir sind froh, dass das Konzert gut besucht wird“,sagten Eckhard Hannemann und Ingrid Wauschkuhn vom Kulturverein. Es seien Besucher aus dem gesamten Kreis vertreten.

Mit der Suite G-Dur für Cello Solo ging es nach der Pause weiter. Bachs Suiten für Violoncello Solo gehören heute zu den meistgespielten Kompositionen für ein solistisches Streichinstrument. Mit ausgefeilter Technik spielte Stromberg das Werk. Zwar mit Noten, aber auch fast ohne diese zu benutzen. Zum Abschluss entfaltete Daskalakis noch brillant die Tragik der Suite der Partita Nummer 2 d-Moll. Eine unglaubliche Leistung der beiden Musiker an diesem Konzertabend.

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